Die Neva Masquarade
Ihre leicht schräg gestellten blauen Augen sind an Expressivität kaum zu übertreffen und ihr glänzendes, halblanges Fell lädt zum Streicheln ein. Die „Newskaja Maskaradnaja“, die vielen auch unter dem wunderschönen Namen Neva Masquarade bekannt sein dürfte, gehört sicherlich zu den attraktivsten Katzenrassen überhaupt und lässt aufgrund ihrer atemberaubenden Schönheit kaum einen Betrachter unberührt.
Dass sie nebst liebenswerten Wesen und schier endloser Anschmiegsamkeit eine weitere Eigenart pflegt, die ohne Übertreibung als hemmungslos bezeichnet werden darf, ist auf den ersten Blick überhaupt nicht erkennbar: Nevas sind vierbeinige Gourmands, keine Gourmets, sondern wirklich Gourmands, die nur schwerlich an einem verführerischen Leckerbissen vorbeischlendern können, ohne ihn sich gleich genüsslich schmatzend einzuverleiben.
Die Katze vom Fluss
Wo kommen sie eigentlich her, die blauäugigen Schönen mit dem sanften wesen, die bei der FIFE nicht als eigenständige Rasse anerkannt sind, sondern als Synonym der Farbvariante Colourpoint der Sibirischen Walskatze fungieren? Wie bei so vielen anderen Katzenrassen auch, tobt diesbezüglich
seit Jahren ein internationales Hickhack, bei dem die sachliche Ebene oftmals auf der Strecke bleibt. Angeblich gibt es Dokumentationen, die belegen, dass Waldkatzen mit einer Maskenzeichnung schon vor Jahrzehnten in der Gegend rund um den russischen Newa-Fluss beobachtet wurden. Daher stamme auch der Name der Rasse.
Anderseits werden immer wieder Vermutungen laut, die Neva Masquarade sei überhaupt keine eigenständige Rasse, sondern ein Konglomerat verschiedener Katzentypen. Auch scheint es nachvollziehbar, dass Nevas aus Verpaarungen von Sibirischen Waldkatzen und Thai-Katzen entstanden.
Zumindest wären Fremdeinkreuzungen nicht gerade unwahrscheinlich, zumal zahlreiche Farbschläge diverser Katzenrassen Rassekreuzungen zu verdanken sind. Man denke nur an Tonkanesen, die durch Verpaarungen zwischen Siamesen und Burmesen entstanden, oder an die geheimnisvolle Tabby - Zeichnung der Heiligen Birma. Von ungefähr kommen diese Varietäten sicherlich nicht.
Unterschiedliche Farbvarietäten
Die Sibirische Waldkatzen und Neva Masquarades unterscheiden sich lediglich hinsichtlich der Farbvarietät. Nevas zeigen einen Maskenfaktor und sind somit eine Farbvariante der Sibirischen Waldkatze. Falls sie aufgrund des angeborenen Teilalbinismus nun eine erhöhte Anfälligkeit für Krankheiten vermuten sollten, dürfen Sie aufatmen: Es gibt keinen Hinweis darauf, dass Nevas weniger widerstandsfähig sind als andere Waldkatzenrassen.
Mit allen anderen Maskenkatzen teilen sie sich die Eigenschaft, weiß geboren zu werden und Zeichnung sowie Farbe erst während der ersten Lebenswochen zu entwickeln. Hierbei zeigt sich die Temperaturabhängigkeit des Pointgens. Die Extremitäten der Katze (Schwanz, Beine Ohren, Pfoten, Gesicht) sind etwas kühler als der restliche Körper und dunkeln somit stärker ein. Strahlend blaue Augen, die laut Standard auch etwas heller, dafür aber einheitlich sein sollen – ein kräftiges Blau wird dennoch bevorzugt – gehören untrennbar zur Maskenkatze. Die Neva Masquarade ist – genau wie die ragdoll – in den Pattern (Varietäten) Colourpoint, Mitted und Bicolour vertreten. Allerdings ist sie in weit aus vielfältigere farbschläge zu
bewundern.
Maskenkatzen vom russischen Neva-Fluss
· Typ mittelgroß, kräftig
· Kopf kurzes, stumpfes Dreieck; gewölbte Stirn, breiter Nasenrücken; kräftige massive Wangen, ausgeprägtes Kinn
· Augen groß, leicht oval, blau
· Körper mäßig lang gestreckt, kurzer, kräftiger Nacken; nicht zu hohe, kräftige Beine; große, runde, kräftige Pfoten; Haarbüschel zwischen den Zehen
· Schwanz breit, kräftig am Ansatz
· Fell lang an Hals, Brust, Hosen und Schwanz; im Nacken- und Schulterbereich kurz; am Rücken dicht, fest, glänzend; an den Köperseitenfein, weich, dicht behaart
· Farbe Colourpoint, Tabby - Point, beides mit Weiß; Bicolour
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